1. Was bedeutet AFF?
Der Begriff AFF kommt aus den USA und heißt ausgesprochen:
Accelerated freefall,
zu deutsch: beschleunigte(r) Freifall(-ausbildung).
2. Welchen Vorteil hat die "AFF" Ausbildung und
wie läuft sie ab?
Die AFF Ausbildungsmethode ist die fortschrittlichste und effektivste
Ausbildungsmethode im Fallschirmsport.
Schneller als mit AFF lässt sich Fallschirmspringen nicht lernen!
Das
zu erreichende Ausbildungsziel -den kontrollierten Freien Fall-
wird dabei nicht ans Ende des Lernprozesses, sondern gleich an den
Anfang gestellt. Absprünge mit automatischer Auslösung oder kurzen
Freifallzeiten entfallen. Man springt vom ersten Sprung aus voller
Freifallhöhe (3000-4000 m).
Die AFF-Ausbildung gliedert sich in 7 aufeinander abgestimmte Leistungsstufen
(Levels), die im Idealfall in 7 Sprüngen absolviert werden können.
Jeder Level baut dabei inhaltlich auf den vorhergehenden auf.
Bei den ersten 3 Sprüngen wird man von
zwei Lehrern begleitet, bei den verbleibenden 4 Sprüngen von einem.
Beim ersten Sprung halten zwei AFF-Lehrer den Schüler vom Verlassen
des Flugzeuges bis zur Fallschirmöffnung fest. Neben der Gewöhnung
des Sprungschülers an den Freien Fall geht es hier bereits um die
Durchführung eines Lernprogrammes innerhalb der etwa 40 bis 60 Sekunden
dauernden Freifallphase.
Richtige Körperhaltung, ständige Kontrolle der eigenen Höhe, Blickkontakt
zu den Lehrern, Scheingriffübungen und das Öffnen des Fallschirmes
in 1.500 Metern Höhe auf Zeichen der Lehrer, sind die Aufgaben dieses
ersten Sprunges.
Von
Sprung zu Sprung werden das Lernprogramm und die Anforderungen an
den Schüler gesteigert. Bereits beim dritten Level wird der Schüler
von seinen Lehrern vollständig losgelassen. Sie fliegen allerdings
in unmittelbarer Nähe neben ihm, um jederzeit helfend eingreifen
zu können.
Jeder Level muss zufriedenstellend absolviert werden, bevor die
nächste Stufe begonnen werden kann. Wird
das Ausbildungsziel in einem bestimmten Sprung nicht erreicht, muss
er wiederholt werden. Beim siebten und letzten Level muss der Schüler
schließlich seine erlernten Fähigkeiten zusammengefasst in einem
Sprung zeigen. Damit hat er das Ziel, selbständig kontrolliert "frei
fallen" zu können erreicht und kann fortan alleine weiterspringen.
3. Wie lange dauert eine AFF-Ausbildung?
Bei guten Rahmenbedingungen wie Wetter und ausreichende Flugzeugkapazität,
verbunden mit entsprechendem Talent des Schülers ist es möglich,
das AFF-Programm innerhalb weniger Tage zu absolvieren.
4. Wie lange dauert es bis zur Lizenz?
Für eine Fallschirmsprung-Lizenz sind insgesamt 23 Freifall-Sprünge
notwendig. Dazu kommen eine Theorieprüfung und zwei Prüfungssprünge.
Die Prüfungen werden je nach Bedarf angeboten. Sollten Wetter und
Prüfungstermine passen, können Sie in ca. vier bis acht Wochen
nach Kursbeginn im Besitz der Springer-Lizenz sein.
5. Gibt es irgendwelche Zusatzkosten?
Eventuelle Wiederholungssprünge während der AFF-Levelsprünge sind extra zu bezahlen (gemäß aktueller Preisliste).
Unterbringungs- und Verpflegungskosten sind zusätzlich zu bezahlen.
6. Was kostet mich die Ausbildung bis zur Lizenz?
Nach bestandenem Level 7 Sprung springt der Sprungschüler allein
und bezahlt seine Sprungtickets selber.
Dies ist dann wie im richtigen Leben eines Skydivers, der für jeden Sprung die Kosten für das Hochfliegen mit dem Flugzeug bezahlen muß.
Sprungticketpreise richten sich nach Sprunghöhe und variieren je nach Sprungplatz und Absetzflugzeug.
Die Preise hierfür bewegen sich zwischen 15 und 30 Euro.
Ausrüstung und weitere Betreuung durch unsere Sprunglehrer sind
aber bis zum 25. Sprung (Lizenzerwerb) im Kurspreis enthalten.
Für die Ausstellung der Lizenz verlangt der Deutsche Fallschirmsportverband eine Gebühr von ca. 80 Euro.
7. Was ist besser ein Wochenendkurs oder ein Kompaktkurs?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Wenn jemand eher
an Wochenenden Zeit findet um auf den Sprungplatz zu kommen und
seinen Urlaub nicht für die Sprungausbildung nehmen kann (will),
ist wohl der Kurs an Wochenenden interessanter. Will man aber schnell
das Fallschirmspringen lernen, das Ganze vielleicht noch mit einem
interessanten Urlaub verbinden, ist der Komplettkurs die bessere
Wahl. Meist entscheidet sich diese Frage also an der individuellen
Möglichkeit, wie man sich seine Zeit für einen Ausbildungskurs einteilen
kann.
Wichtig ist an den ersten beiden Tagen des Kurses mit dabei zu sein!
Da hier die notwendige Theorie vermittelt wird. An dieser sogenannten
Groundschool muss man von Anfang bis Ende anwesend sein.
Alle weiteren Sprünge können dann im täglichen Sprungbetrieb
je nach Absprache durchgeführt werden.
8. Welche körperlichen Voraussetzungen sind notwendig?
Der Teilnehmer muss kein Hochleistungssportler sein, gute Beweglichkeit
ist natürlich von Vorteil. Eigentlich kann fast jeder das Fallschirmspringen
erlernen - die Herausforderung liegt eher im Kopf, als in der körperlichen
Beanspruchung. Für die Fallschirmsprungausbildung gilt ein maximales Körpergewicht von 105 kg. Voraussetzung zur praktischen Ausbildung (Springen)
ist ein positives ärztliches Attest. Diese Untersuchung kann
jeder Haus- oder Sportarzt durchführen. Vordrucke hierzu finden
Sie auf unserer Internetseite unter Formulare/Ausbildung.
9. Kann ich als Brillen- / Kontaktlinsenträger
Fallschirmspringen?
Ja! Beides ist keinerlei Problem. Gesprungen wird immer mit einer zusätzlichen
Sprungbrille, die für Brillenträger so groß ist, dass
sie über die eigene Brille passt.
10. Findet die Ausbildung auch bei schlechtem Wetter statt?
Ja! Für den Theorieteil an den ersten zwei Tagen ist das Wetter
unwichtig: Die vorgesehene Ausbildung findet auf jeden Fall statt.
Entstehen bei weiteren Sprungtagen z.B. wetterbedingte Pausen, wird
die Theorie weiter vertieft oder das Packen des Fallschirms geübt.
Wir möchten es an dieser Stelle nicht versäumen zu erwähnen:
Fallschirmspringen hat auch etwas mit Geduld zu tun!
11. Wo kann ich während der Ausbildung übernachten?
An allen Sprungplätzen kann gecampt werden, entsprechende sanitäre
Anlagen sind meist vorhanden.
Dies ist die günstigste (weil meist kostenlose) und angenehmste
Art, denn nach einem tollen Sprungtag macht nichts mehr Spaß, als
hier zu bleiben und z.B. am Lagerfeuer über die Erlebnisse des Tages
zu plauschen und sich mit anderen Springern auszutauschen.
Wer aber lieber in einem Hotel oder einer Pension übernachtet, dem
helfen wir auch gerne bei der Zimmersuche.
12. Muss ich mir nach Lizenzerwerb einen eigenen
Fallschirm kaufen?
Nein! Fallschirmspringer, welche bei der Jump & Fun Factory Ihre
Lizenz erworben haben, können sich Fallschirmsysteme für 10 Euro/Sprung
bei uns ausleihen.
An vielen Sprungplätzen (der Welt) besteht diese Möglichkeit im Übrigen auch, dann aber meist zu höheren Preisen.
13. Was kostet mich ein eigener Fallschirm?
Am Anfang (evtl. schon während der Ausbildung) legt man sich zunächst die kleineren Ausrüstungsteile wie Höhenmesser, Helm, Overall, Handschuhe etc. zu.
Das Fallschirmkomplettgerät selbst (bestehend aus Gurtzeug, Hauptschirm, Reserveschirm und Öffnungsautomat) kostet dann als gebrauchtes System ca. ab 1.500 bis 4.000 Euro. Für ein neues ist mit ca. 4.500 bis 5.500 Euro zu rechnen.
Wir empfehlen, sich am Anfang ein Gebrauchtgerät zuzulegen, welches
man später auch wieder verkaufen kann. Unsere Sprungschule hat ständig
gebrauchte Fallschirmsysteme am Lager, welche man auch Probespringen
kann. Ob Gebraucht- oder Neukauf, wir helfen hier gerne weiter.
14. Wie viele Sprünge sind jährlich nach dem Lizenzerhalt verpflichtend?
12 Sprünge innerhalb der letzten 12 Monate.
15. Was ist ein AFF-Schnuppersprung?
Der AFF Schnuppersprung ist als "Einstiegshilfe" für Unentschlossene
gedacht, welche mit den Kosten der Ausbildung kein finanzielles
Experiment eingehen wollen. Falls nach dem AFF Schnuppersprung die
Entscheidung feststeht, die Ausbildung zu machen, werden die Kosten
des AFF Schnuppersprunges auf die der AFF Ausbildung angerechnet.
Der Schnuppersprung umfasst die gleiche theoretische und praktische
Ausbildung wie für den kompletten AFF-Kurs. Deshalb ist der Schnuppersprung
exakt der gleiche Sprung wie der sogenannte Level 1 des AFF-Kurses.
Mit etwas Engagement und gutem Wetter wird am 2. Tag (oder 3. Tag) des
Grundkurses dieser erste Sprung durchgeführt.
16. Wie bin ich versichert?
Hoffentlich nie entstehende Arzt- und Behandlungskosten übernimmt
ausnahmslos die jeweilige Krankenkasse. Es gibt hier keinen Ausschluss
für Sportverletzungen. Dritt-Schäden übernimmt die gesetzliche Halterhaftpflichtversicherung.
Für weiterführende Ansprüche -entsprechend einer
Unfallversicherung- verlangt der Gesetzgeber die sogenannte Sitzplatzunfallversicherung
für Schulfallschirme.
Bei privat vorhandenen Unfall- und/oder Lebensversicherungen sollte ggf. nachgefragt werden, ob Fallschirmspringen als Risiko im Vertrag ausgeschlossen ist.
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